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Pressemitteilung vom 23.01.2012

Frontbericht zum Kampf zwischen Virus und Pflanze

Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) beschreibt neue Funktion eines Virusproteins und seinen Einfluss auf virusübertragende Blattläuse

Zwischen Pflanzen und ihren Krankheitserregern findet ein Wettrüsten statt. Viren sind besonders gewiefte Gegner, denn sie beziehen auch ihre Überträger, oft Blattläuse, in ihre manipulative Tätigkeit ein. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts Braunschweig und der Universität Cambridge, die gemeinsam die Infektionsstrategie des Gurkenmosaikvirus (CMV) studieren, haben nun eine neue Funktion eines von dem Virus produzierten Proteins entdeckt. In ihrer online-Publikation in den zur Nature-Gruppe gehörenden „Scientific Reports“ (DOI: 10.1038/srep00187) beschreiben sie, wie ein Virusprotein die Attraktivität infizierter Pflanze für Blattläuse steigert. Bisher war nur bekannt, dass dieses Protein die Abwehrmechanismen von Pflanzen gegenüber Virusinfektionen unterdrücken kann. Die neue Entdeckung ist aus Sicht des Virus sinnvoll, da saugende Blattläuse für die rasche Verbreitung des Virus im Pflanzenbestand sorgen. Das vom Virus produzierte 2b-Protein erwies sich dabei quasi als Wunderwaffe. Es erfüllt multiple Funktionen, die nun besser verstanden werden.