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Impfstoff gegen Vogelgrippe

Nutzgeflügel

(September 2005) Einer Arbeitsgruppe des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems ist es gelungen, einen neuartigen Impfstoff gegen die Geflügelpest ("Vogelgrippe") zu entwicklen. Wie das Institut mitteilte, sind entsprechende erste Versuchsreihen erfolgreich abgeschlossen worden. Die Wissenschaftler griffen bei der Entwicklung des neuen Impfstoffs auf die Ergebnisse molekularbiologischer Grundlagenforschung zurück. Ein Geflügel-Herpesvirus (Virus der Infektiösen Laryngotracheitis, ILTV) wurde dabei so verändert, dass es seine krankmachenden Eigenschaften für Hühner zwar verlor, aber trotzdem zu einem guten Immunschutz im geimpften Tier führte. In dieses Virus wurde mit Hilfe gentechnischer Methoden die Erbinformation für das Hämagglutinin-Protein des Geflügelpestvirus eingesetzt. Nach der Impfung kommt es daher nicht nur zu einer Immunantwort gegen das Geflügel-Herpesvirus, sondern auch gegen das Geflügelpestvirus und somit zu einem Schutz gegen beide Viren.

Vögel im Freiland

Der Vorteil der Nutzung des Herpesvirus als Träger des Fremdgens liegt unter anderem darin, dass Antikörper nur gegen das Hämagglutinin-Protein des Vogelgrippevirus induziert werden, während eine natürliche Infektion zur Ausbildung von Immunreaktionen gegen eine Reihe anderer viraler Eiweißstoffe führt. Damit lassen sich geimpfte Tiere von virusinfizierten Tieren unterscheiden (sog. Marker-Impfstoff). Dies ist von großer praktischer Bedeutung, denn nach EU-Recht ist die Impfung gegen Geflügelpest bislang verboten, weil sich geimpfte und infizierte Tiere nicht auseinander halten lassen. Der neue Impfstoff ermöglicht jedoch diese Unterscheidung. Da sich das Geflügel-Herpesvirus nur im Geflügel vermehren kann, nicht aber in anderen Vogelarten, ist eine Ausbreitung des gentechnisch veränderten Impfvirus in Wildvögeln nicht zu erwarten.

Durch die Möglichkeit der Impfung über Spray, Augentropfen oder das Trinkwasser können die Tiere auch in großen Haltungen leicht erreicht werden. Die Versuche haben gezeigt, dass die entwickelten Impfstoffe Hühner gegen Grippeviren der Subtypen H5 und H7, die unter anderem für die Ausbrüche von Geflügelpest in Holland im Jahr 2003 (H7) und derzeit in Südostasien (H5) verantwortlich sind, schützen können. Bevor der Impfstoff in die Zulassung gehen kann, sind allerdings noch weitere Versuche, unter anderem hinsichtlich einer effizienten Produktion in Gewebekultur, notwendig.
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Eine Risikobewertung des FLI zur Einschleppung des Vogelgrippevirus (Aviäres Influenzavirus) und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier.
 
Fotos: Nefer Nachtigall (1), Michael Welling (1)

Zusatzinformationen

Weitere Informationen:

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Südufer 10
17493 Greifswald OT Insel Riems
Tel.: 038351 7-0
Fax: 038351 7-151
E-Mail: info@fli.bund.de
Internet: http://www.fli.bund.de

 

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