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Charta für Holz

Holzlagerung

(Mai 2005) Im Koalitionsvertrag vom Oktober 2002 haben die Parteien der Bundesregierung vereinbart, den Holzabsatz zu erhöhen und eine stärkere Holzverwendung zu propagieren. Zusammen mit der Wirtschaft und den Verbänden wurde daher die "Charta für Holz" erarbeitet - eine Initiative, die eine Steigerung des Verbrauchs von Holz um 20 Prozent in den nächsten zehn Jahren vorsieht. Die Akteure der Forst- und Holzwirtschaft verpflichten sich darin zu einer Vielzahl von Maßnahmen im Hinblick auf drei Hauptziele: Nachfrage steigern, Holzangebot verbessern, Innovationen fördern. Die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH), Hamburg, war in mehreren Arbeitsgruppen an der Erarbeitung der Charta für Holz beteiligt. Auch bei der Umsetzung wird sie sich in starkem Maße engagieren. So wird sie regelmäßig den Pro-Kopf-Verbrauch von Holz- und Holzprodukten in Deutschland ermitteln - eine Voraussetzung dafür, den Erfolg der Charta für Holz messen zu können.

Holzbau

Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft ist sowohl wirtschaftlich als auch in ihrer Interessenvertretung stark zersplittert. Eine Clusterstudie, die derzeit vorbereitet wird, soll Regionen identifizieren, die von ihrer Rohstoffausstattung und Besitzstruktur in der Lage sind, einen steigenden Holzverbrauch durch zusätzliche Mobilisierung von Holzreserven abzudecken. Die Ergebnisse der Clusterstudie sollen gezielte Empfehlungen zur Ansiedlung oder zum Ausbau zukunftsfähiger Holzindustrien ermöglichen.
 
Die technischen Institute der BFH unterstützen die Charta durch Forschungsaktivitäten, um das technologische und ökologische Potenzial von Holz als nachhaltigem Rohstoff und erneuerbarem Energieträger besser nutzen zu können. So wird an neuen Einsatzmöglichkeiten für Buchenholz oder so genannte WPCs (Wood Plastic Composites) gearbeitet. Eine andere Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit Längerem mit Bio-Ölen auf der Basis von Holz als Rohstoff. Darüber hinaus beteiligt sich die BFH an der Erstellung von Normen, die einen wichtigen Beitrag zur Standardisierung und Qualitätssicherung von Holzprodukten leisten.

Wald

Die zweite Bundeswaldinventur, die kürzlich im Institut für Forstökologie und Walderfassung der BFH ausgewertet wurde, zeigt, dass der Holzvorrat der Wälder in Deutschland im europäischen und auch im historischen Vergleich sehr hoch ist. Mit 3,4 Mrd. Kubikmetern besitzt Deutschland noch vor Schweden und Frankreich den höchsten Holzvorrat in Europa. Rechnerisch ergibt diese Holzmenge einen Turm von 3 x 3 m Grundfläche von der Erde bis zum Mond. Im Vergleich mit der ersten Bundeswaldinventur, die von 1986 bis 1990 in den alten Bundesländern durchgeführt wurde, ist der Holzvorrat innerhalb von 15 Jahren um 17 % angestiegen. Modellrechnungen prognostizieren, dass auch in den nächsten Jahrzehnten rund 20 Prozent mehr Rohholz nachhaltig zur Verfügung stehen wird, als im Zeitraum zwischen 1987 und 2002 genutzt worden ist. Dabei ist die Situation in den einzelnen Eigentumsarten sehr unterschiedlich. Während der Holzeinschlag im Landeswald in der Vergangenheit bereits relativ hoch war, bestehen im Privatwald erhebliche Nutzungsreserven.
Die bislang ungenutzten Ressourcen zum Vorteil der Umwelt, der Wirtschaft und der Waldbesitzer zu erschließen, ist eine große Herausforderung an viele Akteure.

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Detailliertere Informationen gibt ein Artikel im ForschungsReport 1/2005. Sie können das Magazin per E-mail kostenlos bestellen unter michael.welling@fal.de oder den Artikel hier online als pdf lesen.


Fotos: M. Welling (2), BFH (1)

Zusatzinformationen

Weitere Informationen:

ehemalige Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH)
Leuschnerstr. 91
21031 Hamburg

Die Institute der BFH sind heute dem Johann-Heinrich von Thünen-Institut zugeordnet.

 

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