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Bessere Jodversorgung durch Milch

Milch verbessert die Jodversorgung

(März 2006) Jod gehört zu den Spurennährstoffen, mit denen viele Menschen nicht ausreichend versorgt sind. Neben der Jodierung von Speisesalz und verschiedenen anderen Lebensmitteln ist es auch möglich, die Jodversorgung von Menschen zu verbessern, indem Jod dem Futter von Nutztieren in bedarfsübersteigenden Mengen zugesetzt wird. Dadurch kann der Jodgehalt von Lebensmitteln tierischer Herkunft erhöht werden. Wissenschaftler haben nun die Möglichkeiten und Grenzen der Jodanreicherung in Lebensmitteln tierischer Herkunft bewertet.
Am Institut für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) wurde der Einfluss unterschiedlicher Jodzugaben im Futter auf die Jodkonzentration in Kuhmilch und anderen Lebensmitteln untersucht. Vor allem der Jodgehalt von Milch konnte deutlich erhöht werden, was die Frage nach sinnvollen Höchstgrenzen aufwarf. Denn auch ein Jodüberschuss kann sich negativ auf den Schilddrüsenstoffwechsel auswirken. Für Vorschulkinder liegen die Empfehlungen zur Jodzufuhr bei 40-80 μg/Tag, für Schulkinder bei 100-200 μg/Tag. Erwachsene sollten 180-200 μg/Tag zu sich nehmen; jedoch sollte die maximale Aufnahmemenge 300-450 g/Tag (Schulkinder) bzw. 600 g/Tag (Erwachsene) nicht überschreiten.
Mit einem halben Liter Milch (Jodgehalt 100-200 μg/kg) kann bereits etwa die Hälfte des täglichen Jodbedarfs bei Kindern gedeckt werden. Bislang gestattete der Gesetzgeber relativ hohe Maximalwerte für Jod in der Tierernährung. Futter durfte bis zu 10 mg Jod pro kg enthalten. Das ist 20-mal mehr Jod als der Bedarf der Tiere.
Bei Versuchen in der FAL wurde dem Futter von Kühen 5,5 mg Jod/kg zugesetzt, wodurch der Jodgehalt der Milch auf durchschnittlich 1215 μg/kg gesteigert werden konnte. Bei Zugabe von 10 mg stieg der Gehalt sogar auf rund 2760 μg/kg. Damit wäre schon mit einem halben Liter Milch am Tag die maximal tolerierbare Jodaufnahme deutlich überschritten.
Auch bei Eiern bewirkt die Jodzulage im Hühnerfutter einen deutlichen Anstieg des Jodgehalts. Bei Fleisch steigt durch Jodzusatz im Futter der Jodgehalt nicht so deutlich wie bei Eiern und Milch. Zudem kann der Beitrag von Fleisch zur Jodversorgung des Menschen mit weniger als 5 % der Aufnahme als relativ gering eingeschätzt werden.
Bisher wurde in der Praxis kaum mehr als 2 mg Jod je kg Mischfutter zugesetzt. Wie die Versuche zeigten, hätte aber ein potenzielles Risiko für bestimmte Bevölkerungsgruppen bestanden, wenn die bestehenden Maximalwerte ausgeschöpft worden wären. Die EU-Kommission hat auf die Ergebnisse der Wissenschaftler reagiert und die Höchstmengen für Jod in Futtermitteln halbiert. Sie betragen nun für Milchkühe und Legehennen 5 mg/kg. Auf Gesundheit und Leistung der betroffenen Tierarten sind durch die neuen Obergrenzen keinerlei Auswirkungen zu erwarten, da diese immer noch etwa zehnfach über dem Bedarf der Tiere liegen.


Foto: M. Welling

Zusatzinformationen

Weitere Informationen:

Institut für Tierernährung der FAL
E-mail: te@fal.de

ehemalige Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Bundesallee 50
38116 Braunschweig

Die Institute der FAL sind heute dem Julius-Kühn-Institut, dem Friedrich-Köffler-Institut und dem Johann-Heinrich von Thünen-Institut zugeordnet.

 

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