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Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

Eingang vTI (Bild: Copyright Dr. Michael Welling)

Eingang vTI in Braunschweig

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) ist eines von vier Bundesforschungsinstituten im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es wurde zum 01.01.2008 aus der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft und aus Teilen der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft errichtet.

Das vTI erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen als Entscheidungshilfen für die Politik der Bundesregierung und dient mit seiner anwendungsorientierten und praxisbezogenen Forschung der Entwicklung der Gesellschaft von morgen.

Es forscht fachgebietsübergreifend in den Bereichen

  • Ökonomie (Mikro- und Makroökonomie der Land-, Forst-, Holz-, Ernährungs- und Fischwirtschaft),
  • Technologie,
  • stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe,
  • Klima,
  • Biodiversität,
  • Ökologischer Landbau.

Das vTI verfügt über 15 Fachinstitute; sein Hauptsitz ist Braunschweig. Weitere Standorte befinden sich in Hamburg, Großhansdorf, Eberswalde, Waldsieversdorf,  Rostock, Cuxhaven, Ahrensburg und Trenthorst.

Forschungsschwerpunkte

Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist ein wichtiges Forschungsgebiet im vTI

Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist ein wichtiges Forschungsgebiet im vTI

Die ökonomische Forschung, die bislang auf verschiedene Bundesforschungsanstalten des BMELV verteilt war, ist jetzt im Johann Heinrich von Thünen-Institut konzentriert. Kernaufgaben sind die Entwicklung politischer Handlungsmöglichkeiten, die Bewertung und Folgenabschätzung der Entwicklungen im Bereich der Agrar-, Forst-, Holz-, Ernährungs- und Fischwirtschaft, der Ländlichen Räume und der Agrarsozialpolitik. Von zunehmender Bedeutung wird die ökonomische Analyse kompletter Prozess- und Wertschöpfungsketten bei Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen aufgrund von Liberalisierung und zunehmendem internationalen Wettbewerb. Für die ländlichen Räume sind darüber hinaus die demographische Entwicklung sowie Strategien zur Steigerung des Wirtschaftswachstums und der Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Regionen besondere Schwerpunkte. Erheblicher Beratungsbedarf besteht in den Bereichen

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsbereiche mit Blick auf die verstärkte nationale und internationale Marktorientierung,
  • Optimierung der Reformschritte und zweckmäßige Flankierung des tendenziellen Rückzugs der EU aus der Agrarmarktpolitik,
  • ökonomische Analysen der Auswirkungen von demographischen Veränderungen, Klimaänderungen, abnehmenden Rohstoffreserven und Verbraucherschutz auf die genannten Wirtschaftsbereiche und die Ländlichen Räume,
  • Schaffung von Arbeitsplätzen in Ländlichen Räumen.

Im Bereich Technologie wird die Forschung im Bereich der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe ausgedehnt. Von besonderer Bedeutung ist auch die ingenieurwissenschaftliche Bewertung der modernen Technologien (Präzisionslandwirtschaft, Tierkennzeichnung, Sensor-, Informations- und Automatisierungstechnik).

Neue Forschungsschwerpunkte bilden der Klimawandel und die Biodiversität.

Wie ist es um den Wald in Deutschland bestellt? Das vTI bereitet entsprechende Daten auf

Wie ist es um den Wald in Deutschland bestellt? Das vTI bereitet entsprechende Daten auf

Aufgabenzuwächse in den Bereichen Forst- und Holzwirtschaft ergeben sich insbesondere auf den Gebieten Waldinventuren und Monitoring, internationale Waldentwicklung, Holz im Bauwesen, Holzwerkstoffe, Kreislaufwirtschaft und Mobilisierung bestehender Holzvorräte. Die Aufgaben im Holzbereich und in der Forstpflanzenzüchtung werden auf den engeren Beratungsbedarf des BMELV konzentriert.

Zentrale Aufgabe des Forschungsbereichs Fisch ist die biologische Überwachung der Nutzfischbestände des Meeres, die Bewertung von Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Bewirtschaftung lebender Meeresressourcen, die Verbesserung der Selektivität der Fanggeräte sowie die Fortentwicklung einer nachhaltigen Aquakultur. Das vTI erledigt Aufgaben im Rahmen des Bundeswasserstraßengesetzes und des Strahlenschutzvorsorgegesetzes. Außerdem sind die im Rahmen der europäischen Fischereipolitik notwendigen Forschungs- und Monitoringarbeiten wahrzunehmen. Erforderlich ist die Entwicklung von Modellen zur nachhaltigen Bestandsnutzung. Zunehmender Beratungsbedarf für das BMELV besteht im Hinblick auf ein integriertes Küstenzonenmanagement einschließlich einer sozioökonomischen Begleitforschung, auf den Einfluss von Windparks und anderen Meeresnutzungen, auf die Auswirkungen und Anforderungen des Natur- und Artenschutzes sowie auf die Schutzzonen der Fischerei, jeweils in Abgrenzung zu den Aufgaben anderer Bundesressorts und den Bundesländern.

Neben dem Institut für Ökologischen Landbau des vTI werden sich künftig eine Vielzahl der BMELV-Ressortforschungsinstitute mit Themen des Ökologischen Landbaus und der Verarbeitung, Sicherheit und Qualität von ökologisch hergestellten Lebensmitteln beschäftigen. Diese Forschung wird interdisziplinär organisiert und, sofern sinnvoll, mit Forschungsaktivitäten zur konventionellen Agrar- und Ernährungswirtschaft verzahnt.

Liste der Fachinstitute

Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg

Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut gliedert sich in 15 Fachinstitute.

  • Institut für Ländliche Räume (LR)
  • Institut für Betriebswirtschaft (BW)
  • Institut für Marktanalyse und Agrarhandelspolitik (MA)
  • Institut für Agrartechnologie und Biosystemtechnik (AB)
  • Institut für Biodiversität (BD)
  • Institut für Agrarrelevante Klimaforschung (AK)
  • Institut für Ökologischen Landbau (OEL)
  • Institut für Holztechnologie und Holzbiologie (HTB)
  • Institut für Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft (OEF)
  • Institut für Weltforstwirtschaft (WFW)
  • Institut für Waldökologie und Waldinventuren (WOI)
  • Institut für Forstgenetik (FG)
  • Institut für Seefischerei (SF)
  • Institut für Fischereiökologie (FOE)
  • Institut für Ostseefischerei (OSF)

Adressen der vTI-Standorte

Walther Herwig III

Walther Herwig III

Bundesallee 50
38116 Braunschweig    

  • Institut für Ländliche Räume
  • Institut für Marktanalyse und Agrarhandelspolitik
  • Institut für Betriebswirtschaft
  • Institut für Agrartechnologie und Biosystemtechnik
  • Institut für agrarrelevante Klimaforschung
  • Institut für Biodiversität

Trenthorst 32
23847 Westerau    

  • Institut für ökologischen Landbau

Leuschnerstr. 91
21031 Hamburg    

  • Institut für Holztechnologie und Holzbiologie
  • Institut für Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft
  • Institut für Weltforstwirtschaft

Alfred-Möller-Str. 1
16225 Eberswalde

  • Institut für Waldökologie und Waldinventuren

Sieker-Landstr. 2
22927 Großhansdorf
bzw.
Eberswalder Chaussee 3a
15377 Waldsieversdorf    

  • Institut für Forstgenetik

Palmaille 9
22767 Hamburg     

  • Institut für Seefischerei
  • Institut für Fischereiökologie

Alter Hafen Süd 2
18069 Rostock     

  • Institut für Ostseefischerei

Netzwerke

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des vTI sind in vielfältiger Weise in nationale und internationale Forschungsprogramme eingebunden sowie in nationalen und internationalen Gremien vertreten. Zahreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben ihr Wissen als außerplanmäßige bzw. Honorarprofessoren oder als Lehrbeauftragte an Universitäten und Fachhochschulen im In- und Ausland weiter. Besonders hervorzuheben ist die vertraglich festgelegte Kooperation der forst- und holzwissenschaftlichen Fachinstitute des vTI mit dem Zentrum Holzwirtschaft der Universität Hamburg. Daneben bestehen enge Kontakte zu den anderen Bundesforschungsinstituten und Leibniz-Einrichtungen im Geschäftsbereich des BMELV.

 

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