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Perspektiven für ländliche Räume

Hauptziel 3

Ländliche Räume haben spezifische, regional stark differenzierte und von städtischen Räu­men abweichende Chancen und Probleme. Der demographische, technische und gesellschaft­liche Wandel sowie der anhaltende Strukturwandel der Wirtschaft erfordern neue Perspekti­ven für Menschen und Unternehmen in ländlichen Räumen sowie zur Sicherung der  infrastrukturel­len Versorgung. Für die Weiter­ent­wicklung der Politik für ländliche Räume sollen die Funk­tion und Entwicklung ländlicher Räume weiter erforscht und verstärkt Ansätze für Beschäfti­gung, Einkommen und Lebensqualität in ländlichen Räumen aufgezeigt werden. Dabei spie­len die unterschiedliche Ausgangssituation und die Ent­wicklung der De­mo­graphie und der Infrastruktur in den ver­schiedenen Regionen eine wich­tige Rolle. Auch die strukturelle Unter­schiedlichkeit der Regi­onstypen ist zu berücksichtigen. Die Forschung soll zudem zur Ver­besserung von Planungs- und Förderinstrumenten beitragen. Hierzu sind die Fördermaß­nahmen insbesondere im Hin­blick auf ihre Arbeitsplatz-, Wertschöpfungs- und Nachhaltig­keitswirkungen hin zu untersu­chen.

Aufbauend auf den betrieblichen Möglichkeiten und natürlichen Gegebenheiten sollen ‑ neben der Urproduktion ‑ Perspektiven und Hand­lungsansätze in der Weiterverarbeitung (z.B. bei Lebensmitteln, nachwachsenden Rohstoffen und in der Bio­energie) sowie im Dienstleistungssektor (unter anderem in Tourismus, Landschaftspflege, Direktver­marktung) einschließ­lich der Wertschöp­fungskette entwickelt und aufgezeigt werden. Zudem sind, unter den be­sonderen Bedingun­gen ländlicher Räume, Perspektiven für Wertschöpfung und Arbeitsplätze auch in angrenzen­den Wirtschaftszweigen (z.B. Hand­werk, Industrie, Dienstleistung) zu un­tersuchen. Dem Problem der zu ho­hen Flächeninanspruchnahme durch Siedlung und Verkehr soll auch im ländlichen Raum be­gegnet werden. Regionale Besonder­heiten z.B. von Berg- und Küstenregionen sowie Bal­lungsrandgebieten sind ‑ soweit thematisch sinnvoll ‑ zu be­rücksichti­gen. Ins­gesamt wird im Rahmen von Hauptziel 3 ein sektorübergreifender räum­licher Forschungsansatz ver­folgt.

Die Hauptaufgaben im Einzelnen:

  1. Ökonomische, soziale und umweltbezogene Politikfolgenabschätzung, einschließlich der Analyse des Gesamtsystems ländlicher Entwicklungspolitik wie z. B. von Agrarumweltprogrammen.
  2. Analyse der Differenziertheit ländlicher Räume und deren Typisierung als Grundlage für die Formulierung einer regions- und bedarfsgerechten Ausrichtung der Politik für ländliche Räume.
  3. Untersuchungen zur demographischen Entwicklung und zur Veränderung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse in ländlichen Räumen, zu Gestaltungs- und Steuerungsmöglichkeiten zur Sicherung der Daseinsvorsorge und der Infrastruktur sowie zur sozioökonomischen Entwicklung in ländlichen Räumen.
  4. Untersuchungen zu Wachstum und Beschäftigung und zur Entwicklung von Arbeitsplatz- und Wertschöpfungspotenzialen in ländlichen Räumen.
  5. Untersuchungen zu endogenen Entwicklungsprozessen regionaler Akteursnetze und von Möglichkeiten für zivilgesellschaftliches Engagement und selbsttragende regionale Entwicklungsprozesse sowie von Möglichkeiten ihrer Unterstützung.
  6. Analysen und Projektionen des Landnutzungswandels, Bewertung von Flächennutzungskonflikten, Strategien zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme durch Siedlung und Verkehr sowie zur Optimierung der Flächennutzung.
  7. Analysen und Projektionen des Wandels in der Nutzung aquatischer Systeme. Bewertung von Flächennutzungskonflikten und von deren Rückwirkung auf Fischereistandorte.
  8. Ökonomische Untersuchungen zum Erhalt und zur Pflege von Kulturlandschaften, Wäldern und Küstenräumen im Hinblick auf Umweltschutz und Erholung.
  9. Untersuchungen zur Weiterentwicklung des agrarsozialen Sicherungssystems.

 

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