ForschungsReport 2009-2
Schwerpunkt: Internationale Vernetzung
- Editorial
- Berichte aus der Forschung
- Strukturwandel im Land der Mitte - die Bauern halten nicht Schritt
- ENDURE - Auf dem Weg zur europäischen Pflanzenschutzforschung
- EPIZONE - Internationales Netzwerk in der Tierseuchenbekämpfung
- Zoonosen gemeinsam bekämpfen
- Die Erholung übernutzter Fischbestände
- MycoRed - Mykotoxine reduzieren!
- Risikobewertung zum Tierschutz beim Transport
- Überprüfung der Pflanzenschutzgeräte wird Pflicht in der EU
- Die globale Landwirtschaft besser verstehen
- Pflanzen grenzüberschreitend gesund erhalten
- Kleine Bakterien - große Wirkung?
- Portrait
- Schlaglichter, Impressum
- Forschungsbereich
Editorial
Die deutsche Agrarforschung international handlungsfähiger machen
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, Präsident des Senats der Bundesforschungsinstitute
Strukturwandel im Land der Mitte - die Bauern halten nicht Schritt
Forschergruppe untersucht Zukunftsperspektiven im ländlichen China
Stephan Brosig (Halle)
Das wirtschaftliche Auseinanderdriften von Stadt und Land in China ist ein Pulverfass, vor dem nicht nur die chinesische Regierung gehörigen Respekt hat. Seine Entschärfung ist auch für die Lösung weltweiter ökonomischer und ökologischer Aufgaben von Belang. 15 Wissenschaftler der am Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) angesiedelten Forschergruppe "Economic Developent and Social Equilibrium in Rural China"
forschen – gut vernetzt mit ihren internationalen Partnern – über ökonomische Wirkungszusammenhänge und Zukunftsperspektiven im ländlichen China.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über den Strukturwandel in China (PDF).
ENDURE - Auf dem Weg zur europäischen Pflanzenschutzforschung
Bernd Hommel und Silke Dachbrodt-Saaydeh (Kleinmachnow)
In der Europäischen Union wird ab 2014 der integrierte Pflanzenschutz verbindlich eingeführt. Zur wissenschaftlichen Unterstützung dieser Entwicklung fördert die Europäische Kommission seit 2007 das Netzwerk ENDURE. Das Julius Kühn-Institut (JKI) arbeitet in dem Netzwerk gemeinsam mit 17 Partnern aus neun Ländern daran, die jeweiligen Erfahrungen zum integrierten Pflanzenschutz zusammenzutragen, zu analysieren und vielversprechende Ergebnisse für die Pflanzenschutz- und Politikberatung zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird ein länderübergreifender Forschungsbedarf abgeleitet. Attraktive Strukturen zur Integration der Partner – wie ein virtuelles Labor, das ENDURE Informationszentrum EIC, gemeinsame Forschungsanträge oder ein Mobilitätsplan – sollen das Netzwerk auch über den eigentlichen Förderzeitraum hinaus sichern.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag zum Netzwerk ENDURE (PDF).
EPIZONE - Internationales Netzwerk in der Tierseuchenbekämpfung
Elke Reinking (Insel Riems)
Wie geht man bei Tierseuchen wie Blauzungenkrankheit, Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche vor, die vor Ländergrenzen nicht Halt machen? In Zeiten von globalem Handels- und Reiseverkehr überwinden Krankheitserreger innerhalb kürzester Zeit große Distanzen oder treten an neuen Orten unerwartet auf. Treffen sie auf empfängliche Nutztiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Geflügel oder Fische, können sie sich unter Umständen schnell ausbreiten und zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen. Umso wichtiger wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, denn sie eröffnet die Chance, Tierseuchen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.
Zoonosen gemeinsam bekämpfen
Europäisches Netzwerk Med-Vet-Net erforscht Zoonosen und lebensmittelbedingte Infektionen
Karin Schlesier, Tanja Burgdorf, Heidi Spitznagel, Burkhard Malorny, Reimar Johne, Alexandra Fetsch, Angela Körner, Kasten Nöckler, Thomas Alter, Bernd Appel und Annemarie Käsbohrer (Berlin)
Hunderte von Bakterien, Viren und Parasiten werden vom Tier auf den Menschen übertragen – häufig über Lebensmittel. Die Krankheiten, die diese Erreger auslösen, nennt man Zoonosen, und die Zahl der Krankheiten ist in den letzten Jahren gestiegen. Im Forschungsnetzwerk Med-Vet-Net arbeiteten über 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Verhütungund
Bekämpfung von Zoonosenund lebensmittelbedingten Krankheiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, der deutsche Partner des Netzwerks, erforschte im Rahmendes Projektes unter anderem Bakterien in Hähnchenfleisch, Parasiten im Schweinefleisch und Viren in Wildschweinfleisch.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über das Netzwerk Med-Vet-Net (PDF).
Die Erholung übernutzter Fischbestände
Erste Ergebnisse eines europäischen Verbundprojektes
Cornelius Hammer und Andreas Dänhardt (Rostock)
Gute Fischereipolitik sollte vier Hauptziele erreichen: Nachhaltigkeit in der Bewirtschaftung von Fischbeständen, Schutz der Meeresumwelt, Sicherung des wirtschaftlichen Fortbestandes der Fangflotten und nachgeschalteter Industriezweige sowie die langfristige Verfügbarkeit hochwertiger Produkte für den Verbraucher. Mit dem EU-Projekt UNCOVER wird ein neuer Ansatz verfolgt, diesen Zielen näher zu kommen.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über das Projekt UNCOVER (PDF).
MycoRed – Mykotoxine reduzieren!
Internationales Projekt soll Belastung in Lebens- und Futtermitteln verringern
Rolf Geisen und Markus Schmidt-Heydt (Karlsruhe)
Mykotoxine – giftige Stoffwechselprodukte von Pilzen – stellen für die Sicherheit vieler Lebens- und Futtermittel ein entscheidendes Problem dar. Bis heute existieren noch keine umfassenden Konzepte, um Mykotoxinkontaminationen in Lebensmitteln sicher vermeiden zu können. Schimmelpilze beziehungswiese ihre Sporen sind nahezu allgegenwärtig. Daher versucht man auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel mithilfe von Fungiziden, wissenschaftlich basierten Empfehlungen zum Erntezeitpunkt, optimierter Lagerung und verbesserter
Herstellungsprozesse, die Mykotoxinbildung zu kontrollieren und zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund hat sich ein internationales Experten-Konsortium gebildet, das gemeinsam neue integrierte Konzepte der Kontrolle der Mykotoxinbildung erarbeiten will.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über das Thema Mykotoxinreduzierung (PDF).
Risikobewertung zum Tierschutz beim Transport
EFSA-Projekt soll zu einem Leitfaden führen
Michael Marahrens, Nina Kleinschmidt und Anne Truar (Celle)
Die Rolle des Tierschutzes ändert sich in Europa vom Tierschutz im engeren Sinne (Schutz von Tieren gegen Missbrauch und Überforderung, "Animal Protection") zum Tierschutz als Fürsorge ("Animal Welfare"). Die Bestrebungen, europaweite Standards zu etablieren und das weitgehende Fehlen von wissensbasierten Parametern, mit denen das Wohlbefinden der Tiere erfasst und eingeordnet werden kann, ist der Hintergrund für ein europäisches Projekt zur Risikobewertung beim Tiertransport.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag zur Risikobewertung beim Tiertransport (PDF).
Überprüfung der Pflanzenschutzgeräte wird Pflicht in der EU
JKI organisiert dritten europäischen Workshop
Heinz Ganzelmeier und Hans-Joachim Wehmann (Braunschweig)
Welche Auswirkungen Pflanzenschutzmittel auf die Umwelt und den Anwender haben, hängt nicht nur von der Beschaffenheit der Mittel selbst ab, sondern auch von ihrer Ausbringung. Doch während in der Europäischen Union die Prüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln seit 1991 in einer EU-Richtlinie geregelt ist, bestanden für Pflanzenschutzgeräte bisher keine EU-weit geltenden gesetzlichen Vorschriften. Das hat sich nun geändert.
Die globale Landwirtschaft besser verstehen
Agrarökonomen betreiben internationales Netzwerk agri benchmark
Yelto Zimmer, Claus Deblitz, Katja Seifert (Braunschweig)
Die internationale Landwirtschaft ist durch eine zunehmende Globalisierung der Agrarproduktion, insbesondere durch den Abbau von Handelsbeschränkungen, gekennzeichnet. Gleichzeitig gibt es eine neue Dynamik im Agrarsektor infolge der steigenden zahlungskräftigen Nachfrage nach Lebensmitteln und des weltweiten Ausbaus der Bioenergieproduktion. Vor diesem Hintergrund wird es für die Politik, das Agribusiness sowie für praktische Landwirte immer wichtiger zu verstehen, wohin sich die einzelnen Regionen entwickeln und welche Entwicklungspotenziale bestehen. Das von Agrarökonomen betriebene internationale Netzwerk agri benchmark und die dort erhobenen Betriebsdaten liefern ein hervorragendes Navigationsinstrument für ein vertieftes Verständnis dieser Entwicklungen.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über das Netzwerk agri benchmark (PDF).
Pflanzen grenzüberschreitend gesund erhalten
International aktiv gegen Quarantäneschädlinge und invasive Arten
Jens-Georg Unger (Braunschweig)
Weltweit gibt es zahlreiche Schadorganismen, die noch nicht in Europa bzw. Deutschland vorkommen, im Falle einer Einschleppung aber Pflanzen im Acker- und Gartenbau und besonders auch im Wald erheblich und oft dauerhaft schädigen würden. Angesichts des zunehmenden internationalen Waren- und Personenverkehrs sind genzüberschreitende Strategien gefragt, um die Einschleppung solcher schädlicher Organismen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag zum Thema grenzüberschreitende Pflanzengesundheit (PDF).
Kleine Bakterien – große Wirkung?
Endophytische Bakterien fördern das Wachstum von Bäumen
Kristina Ulrich, Dietrich Ewald (Waldsieversdorf), Christian Scherling (Braunschweig), Wolfram Weckwerth (Wien)
Dass Bakterien nicht nur im Körper von Mensch und Tier, sondern auch in Pflanzen vorkommen, gehört nicht unbedingt zur Allgemeinbildung. In welch vielfältigen Wechselwirkungen die Mikroorganismen mit ihren Wirtspflanzen stehen, hat jedoch auch Experten überrascht. Bakterien lösen nicht nur Pflanzenkrankheiten aus, sondern können sich auch positiv auf das Wachstum, zum Beispiel von Bäumen, auswirken.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über das Baumwachstum fördernde Bakterien (PDF).
EPPO – Pflanzenschutz in Europa
Wissenschaftlicher Austausch über Fragen zur Pflanzengesundheit und zum Pflanzenschutz, Entwicklung gemeinsamer Strategien, Harmonisierung von Regelungen: Für all das bildet die zwischenstaatliche Pflanzenschutzorganisation EPPO den geeigneten Rahmen.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über die Pflanzenschutzorganisation EPPO (PDF).
OIE – Weltorganisation für Tiergesundheit
Die Weltorganisation für Tiergesundheit (Office Internationale des Epizooties, OIE) besteht seit 1924. Damals beschlossen 28 Länder, eine internationale Organisation zur Bekämpfung von Tierseuchen zu gründen. Hauptaufgabe der Organisation sollte die möglichst schnelle, internationale Information über Tierseuchenausbrüche sein, um in nicht betroffenen Ländern entsprechende Schutzmaßnahmen treffen zu können. Anlass zu diesem Beschluss gab nicht
zuletzt die Einschleppung der Rinderpest nach Europa im Jahr 1920.
Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES)
Jedes Jahr legen die Fischereiminister der Europäischen Union aktuelle Fangquoten für Seefische wie Hering oder Kabeljau fest – meist unter großem Interesse der Medien. Wie kommen die Politiker an Informationen über die Größe der Bestände, die in die Quotenregelungen mit einfließen? Hier liegt eine wichtige, wenn auch bei weitem nicht die einzige Aufgabe des Internationalen Rates für Meeresforschung (International Council for the Exploration of the Sea; ICES).
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über den Internationalen Rat für Meeresforschung (PDF).
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
Nach einer Reihe von Lebensmittelkrisen in den späten 1990er Jahren, wie BSE oder Dioxin in tierischen Lebensmitteln, wurde 2002 die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority; EFSA) eingerichtet. Sie hat die Aufgabe, Risiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelkette zu bewerten und ihre wissenschaftlichen Gutachten zu veröffentlichen.
Grenzüberschreitendes Forschungsnetzwerk "nutrhi.net"
Äpfel, Walnüsse, Trauben – was können diese und andere Lebensmittel aus der
Oberrhein-Region für die Gesundheit bewirken? Diesen Zusammenhang umfassend zu untersuchen, ist das Ziel des Verbundprojekts "nutrhi.net" unter gemeinsamer Koordination des Max Rubner-Instituts und der Universität Straßburg.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag über das "nutrhi.net" (PDF).
Schlaglichter / Impressum
- Leibniz-Institut für Nutztierbiologie: Ab sofort Leibniz im Namen
- Max Rubner-Institut: Kooperation mit Neuseeland
- Max Rubner-Institut: Nur geringe Unterschiede bei länger haltbarer Milch
- Johann Heinrich von Thünen-Institut: Folkhard Isermeyer neuer Präsident
- Johann Heinrich von Thünen-Institut: Deutsche Wälder tragen zum Klimaschutz bei
- Julius Kühn-Institut: Wer Düfte manipuliert kommt weiter
- Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim: Mit Sensoren gegen Mykotoxine angehen
- Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung: Gemeinsam auf den Klimawandel reagieren
Lesen Sie die vollständigen Meldungen unserer Schlaglichter und das Impressum (PDF).
