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ForschungsReport 2007-2

Die Beifußblättrige Ambrosie

Beginn einer Invasion in Deutschland?

Uwe Starfinger und Gritta Schrader, Braunschweig

Über Ambrosia artemisiifolia, die Beifußblättrige Ambrosie, wird in letzter Zeit viel in den Medien berichtet. Vorkommen und Verbreitung dieses pflanzlichen Einwanderers stellen wegen seines allergenen Pollens eine Gefahr für die Menschen dar. An der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) wird deshalb zurzeit mit Hilfe einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Pflanzenschützern, Medizinern, Ökologen, Botanikern und Meteorologen ein Aktionsprogramm betrieben, um die Bevölkerung zu informieren und zur Reduktion der Pflanzen beizutragen.

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Allergisch auf Gemüse?

Dietmar Schwarz, Philipp Franken und Eckhard George (Großbeeren), Margitta Worm, Sabine Dölle, Carola Lehmann, Sabine Feller und Christian Scheler (Berlin), Wolfram Weckwerth, Olivia Bäßler, Stefanie Wienkoop und Rebecca Hugel (Potsdam)

Gemüse essen kann allergische Reaktionen verursachen. Insbesondere der Sellerie enthält hitzebeständige Allergene, auf die viele Allergiker besonders sensibel reagieren. Deshalb müssen alle Lebensmittel, die Sellerie oder dessen Verarbeitungsprodukte enthalten, gekennzeichnet werden. Von Möhre, Paprika und Tomate ist ebenfalls bekannt, dass sie allergische Reaktionen auslösen. Wie kann man das allergene Potenzial dieser Gemüsearten einschränken?

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Allergenes Potenzial bei Gemüse und Obst

Thomas Nothnagel (Quedlinburg) und Christine Grafe (Dresden)

Allergische Erkrankungen sind bereits seit langem bekannt und in der medizinischen Literatur beschrieben. Die Krankheitsbilder sind sehr vielfältig, was zu einem hohen diagnostischen Aufwand für den Nachweis führt. Das mag eine Ursache für den noch teilweise lückenhaften Kenntnisstand auf diesem Gebiet sein. Die wirksamste und sicherste Therapie besteht bisher nur darin, auslösende Allergene möglichst konsequent zu meiden.

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Enzyme aus gekeimtem Getreide

Hilfe für Zöliakiekranke?

Herbert Wieser, Georg Hartmann und Peter Köhler (Garching)

Menschen, die an Zöliakie leiden, müssen lebenslang auf den Verzehr von Produkten aus Weizen, Roggen, Gerste und Hafer verzichten, da die darin enthaltenen Proteine (Gluten) eine schwere Schädigung der Dünndarmschleimhaut verursachen. Die Betroffenen dürfen eine breite Palette von Lebensmitteln des Alltags wie Brot, Teigwaren und auch Bier nicht zu sich nehmen, was mit einer beträchtlichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden ist. Daher wird seit einigen Jahren versucht, alternative Therapien zu entwickeln. Am aussichtsreichsten scheint der Einsatz hochspezifischer Enzyme zu sein, die sowohl zur „Detoxifizierung“ glutenhaltiger Produkte als auch zur „oralen Therapie“ (Pille zum Essen) herangezogen werden könnten.

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Allergieauslösenden Farben auf der Spur

Jürgen Thier-Kundke (Berlin)

Die Zahl der Allergiker nimmt in Deutschland zu, auch die Zahl der Menschen, die an Kontaktallergien leiden. Eine wesentliche Quelle für Kontaktallergien sind Stoffe, die aus Produkten wie Kosmetika, Kleidung, Modeschmuck, aber auch Schuhen, Handschuhen oder Spielzeug
freigesetzt werden und beim Kontakt mit der Haut allergische Reaktionen auslösen.

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Pilzanfälligkeit von Verpackungsholz

Schimmel auf Holzpaletten - das muss nicht sein

Gerda Lambertz und Johannes Welling (Hamburg)

Um Verpackungsholz für den weltweiten Warenaustausch „insektenfrei“ zu machen, ist gemäß internationaler Richtlinie eine Hitzebehandlung zwingend erforderlich. Dadurch wird jedoch ein anderes unerwünschtes Übel gefördert: Folgt nicht unmittelbar nach der Behandlung eine Trocknung, kann hitzebehandeltes Holz einen idealen Nährboden für holzverfärbende Pilze bilden. Damit dem Empfänger bzw. Verbraucher nicht schon beim Anblick des Verpackungsholzes die Lust am Auspacken der Ware vergeht, muss das Holz auf ökologisch und ökonomisch sinnvolle Weise pilzfrei gehalten werden.

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Palmöl: Saubere Produktion eines natürlichen Energieträgers

Ein neuer Baustein zur umweltverträglichen Palmölproduktion

Frank Schuchardt (Braunschweig)

Bei der Nachfrage nach „Biokraftstoffen“ in Deutschland gewinnt Palmöl zunehmende Bedeutung. Neue Biodiesel-Raffinerien und Blockheizkraftwerke werden in den nächsten Jahren viele Hunderttausend Tonnen Palmöl verarbeiten. Doch wie verträgt sich die Palmölproduktion mit der Umwelt? Palmölmühlen sind wahre Klimakiller.

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Stoffdynamik in Waldökosystemen

Blattbesiedelnde Mikroorganismen in unseren Wäldernreagieren auf veränderte Umwelt

Thomas Müller und Andreas Ulrich (Müncheberg)

Wälder im gemäßigten Klima sind permanent Veränderungen des Klimas und der Umwelt ausgesetzt. Die Erwärmung der Erdatmosphäre, regionale Rückgänge der Niederschläge, häufigere Extremwitterungsereignisse, steigende CO2- und Ozon-Konzentrationen in der Atmosphäre sowie die Versäuerung von Boden und Wasser sind dafür markante Beispiele. Auch biotische Faktoren, zum Beispiel großflächiger Insektenbefall, beeinflussen die Wälder. Veränderte Umweltbedingungen ziehen allgemein auch Veränderungen in den Stoff- und Energieflüssen eines Ökosystems nach sich. Eine Vorhersage der Stoffdynamik setzt voraus, dass wir die Beziehungen und Interaktionen zwischen den biologischen Prozessen verstehen, die sowohl unter- als auch oberhalb des Waldbodens ablaufen.

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Dorsche in der Ostsee

Wo und wann sie sich fortpflanzen

Martina Bleil und Rainer Oeberst (Rostock)

Für die Erhaltung von Fischbeständen und ein langfristiges, nachhaltiges Management sind Kenntnisse zur Größe und Struktur der Bestände sowie zum Nachwuchspotenzial erforderlich. Die Stärken der Nachwuchsjahrgänge von Fischen unterliegen starken Schwankungen, die sowohl durch Menschen verursacht als auch umweltbedingt sind. Viele Faktoren greifen dabei ineinander, die langfristige, kontinuierliche und interdisziplinäre Untersuchungen erfordern.

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Impfung von Wildschweinen gegen Schweinepest

Erfahrungen aus einer mehr als 10-jährigen Anwendung in Deutschland

Volker Kaden, Elke Lange und Anja Faust (Greifswald-Insel Riems)

An der verlustreich verlaufenden Schweinepest erkranken nicht nur Haus-, sondern auch Wildschweine. Letztere waren in den zurückliegenden Jahren häufig Ursache für Seuchenausbrüche in Hausschweinebeständen. Da sich auf Grund der hohen Wilddichten die Bekämpfung der Schweinepest beim Schwarzwild schwierig gestaltet, wurde ein orales Immunisierungsverfahren zur Seuchenbekämpfung entwickelt. Unter Praxisbedingungen zeigte sich, dass die Effektivität des Verfahrens nicht nur von der exakten Umsetzung abhängt, sondern auch von der Beachtung wildbiologischer Aspekte.

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Konkurrenz auf hoher See

Die deutsche Fischerei im Wettbewerb mit neuen Raumnutzern in der Nordsee

Rudolf Kafemann und Siegfried Ehrich (Hamburg)

Die Menge der von der deutschen Fischerei in der Nordsee angelandeten Fische ist rückläufig. Dafür ist ein Konzert unterschiedlicher Faktoren verantwortlich. Zukünftig werden neue Nutzer des maritimen Raumes die Freiheiten der Nordseefischer weiter einschränken. Die Fischerei hat die Möglichkeit, sich auf die veränderten Bedingungen einstellen. Durch die Entwicklung neuer Fischereistrategien und -techniken wäre es möglich, die deutsche Fischerei sowie auch den von ihr genutzten Lebensraum Nordsee und die dort beheimateten Fischbestände zu erhalten bzw. zu stärken.

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Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim

Vom Rohstoff zur Platte: Die Pilotanlage Hanf

Im Beisein von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke wurde Ende März 2007 am Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim (ATB) eine Pilotanlage zur Herstellung von Produkten aus konservierten Naturfasern in Betrieb genommen. Damit wird erstmals eine Verarbeitung von pflanzlichen Faserrohstoffen wie Hanf zu wettbewerbsfähigen Bedingungen im industrienahen Maßstab realisiert.

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"Die Wahlfreiheit für Allergiker beim Lebensmitteleinkauf verbessern"

Interview mit Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer

Im März 2007 hat Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer einen Aktionsplan gegen Allergien vorgelegt. Ziel ist, die Allergierisiken im täglichen Leben zu senken und betroffenen Menschen mehr Lebensqualität zu vermitteln. Gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft, Verbraucherverbänden, Krankenkassen und Wirtschaft sollen innovative Ideen diskutiert und konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung von Lebensmittel-, Kontakt- und Atmungsallergien umgesetzt werden. Der ForschungsReport sprach mit dem Minister über die Allergiesituation in Deutschland und die Pläne der Bundesregierung.

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Zusatzinformationen

Titelbild ForschungsReport 2007-2

Ausgabe 2007-2 komplett
(PDF mit 6,3 MB)

 

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