ForschungsReport 2006-Sonderheft
Mit Kaffee gesund in den Tag
Veronika Somoza (Garching), Thomas Hofmann (Münster)
Die meisten Deutschen entscheiden sich täglich für ihre Tasse Kaffee – immerhin 73 Milliarden Tassen werden bei uns jährlich vom schwarzen Muntermacher konsumiert. Kaffeetrinker genießen nicht nur das köstliche Aroma, sondern auch dessen anregende Wirkung. Darüber hinaus mehren sich die Hinweise auf positive gesundheitliche Effekte.
Baustelle Biogas
Peter Weiland, Horst Gömann und Peter Kreins (Braunschweig)
Vom Landwirt zum Energiewirt! Dieses Motto zieht sich gegenwärtig quer durch alle Gesprächsrunden, die sich mit der Zukunft der Landwirtschaft und mit regenerativen Energien befassen. Je stärker die Preise für Erdöl und -gas ansteigen und je deutlicher die Risiken einer politischen Abhängigkeit von den Förderländern werden, desto mehr rücken erneuerbare Energiequellen ins Zentrum des Interesses. Neben Wind- und Solarenergie ist das in zunehmendem Maße auch die Bioenergie.
Landwirte und Naturschützer finden zueinander - Naturschutzbrachen – Praxisnahe Forschung für den Naturschutz in der Landwirtschaft
Gert Berger (Müncheberg)
Wie soll die Landschaft um uns herum genutzt werden? Wie lassen sich die verschiedenen Interessen, zum Beispiel die des Naturschutzes und der Landwirtschaft, sinnvoll miteinander verbinden? Die Lösung liegt in einer „standortgerechten multifunktionalen Landschaftsnutzung“. Diesen Ansatz verfolgt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg bei Berlin. Hier werden Ökosysteme im ländlichen Raum erforscht mit dem Ziel einer ökologisch und ökonomisch vertretbaren Landnutzung. Das Konzept: Wenig ertragreiche Teilflächen der Äcker werden aus der landwirtschaftlichen Produktion herausgenommen und dem Naturschutz zugeführt.
„Die Regionen werden sich spezialisieren müssen“
Die Globalisierung macht auch vor der Agrarwirtschaft nicht halt. Energieverknappung, Klimawandel und die Ausweitung des internationalen Handels sind nur einige Beispiele für Entwicklungen, die den landwirtschaftlichen Sektor grundlegend beeinflussen werden. Der ForschungsReport sprach mit dem Ökologen Hans-Joachim Weigel und dem Ökonomen Folkhard Isermeyer von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) über mögliche Szenarien.
Rinderwahn, Vogelgrippe und blaue Zungen - Forschen für Tiergesundheit und Verbraucherschutz
Elke Reinking (Greifswald-Insel Riems)
Auf welchem Weg kommt der „Rinderwahn“ ins Gehirn der Tiere? Wie kann man Geflügel vor der „Vogelgrippe“ schützen? Was hat es mit der Blauzungenkrankheit auf sich? Tierseuchen rücken immer dann ins Blickfeld der Öffentlichkeit, wenn sie auch auf den Menschen übertragbar sind oder große wirtschaftliche Verluste verursachen. Die Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), beschäftigen sich mit diesen Krankheiten bereits Jahre vor und noch lange nach den Schlagzeilen.
Obst und Gemüse frisch auf den Tisch - Qualitätssicherung durch Sensortechnik
Martin Geyer (Potsdam)
Frisches, reifes Obst und Gemüse sind ein Genuss. Vieles kann ohne Zubereitung direkt von der Hand in den Mund verzehrt werden, und als Zugabe ist es auch noch gesund und macht nicht dick. Um aber frisches Obst und Gemüse ganzjährig anbieten zu können, ist ein enormer Aufwand vom Erzeuger über den Handel bis zum Verbraucher notwendig. Innovative technische Lösungen tragen dazu bei, die Qualität zu bestimmen und den Konsumenten mit frischer, wohlschmeckender Ware zu versorgen.
Jeder Krümel für die Statistik - Lebensmittelverzehr und Ernährungsgewohnheiten
Christine Brombach (Karlsruhe)
Was essen die Deutschen? Derzeit gibt es keine aktuellen Informationen über unsere Ernährungsgewohnheiten. Dabei ist die Frage durchaus wichtig, denn die Ernährung wirkt sich nicht nur auf das allgemeine Wohlbefinden aus, sondern auch auf die Gesundheit. Die erste und bisher größte gesamtdeutsche Studie zu den Ernährungsgewohnheiten soll nun Antworten geben. „Was esse ich – Die Nationale Verzehrsstudie“ erhebt repräsentative Daten zum aktuellen Ernährungsverhalten der 14- bis 80-Jährigen. Auftraggeber dieser Studie ist das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Sechsbeinige Chemiker helfen im Pflanzenschutz - Neue Bedeutung von Drüsensekreten bei Insekten entdeckt
Jürgen Gross (Dossenheim)
Insekten haben im Laufe der Evolution ausgeklügelte Verteidigungsstrategien gegen ihre Fressfeinde entwickelt. Das Repertoire reicht von Dornen oder Panzerungen bis hin zu einem ganzen Waffenarsenal der chemischen Kriegsführung. Einige Insekten produzieren hochwirksame antimikrobielle Substanzen, um sich gegen Krankheitserreger zu schützen. In der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) ist man diesen Wirkstoffen auf der Spur. Lassen sie sich womöglich auch gegen Erreger von Pflanzenkrankheiten einsetzen? Das könnte neue Perspektiven für den Pflanzenschutz der Zukunft eröffnen.
„Ressortforschung – eine Säule der deutschen Wissenschaft“
Die Ressortforschung in Deutschland ist in den letzten Jahren häufig kritisch hinterfragt worden. Wo steht sie heute? Welche Rolle nimmt die Arbeit der wissenschaftlichen Einrichtungen der Bundesministerien ein? Dazu ein Gespräch mit dem Präsidenten des Senats der Bundesforschungsanstalten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Thomas C. Mettenleiter.
Der toxikologische Fingerabdruck - Molekularbiologische Musterveränderungen durch chemische Stoffe
Jürgen Kundke, Ursula Gundert-Remy und Alfonso Lampen (Berlin)
In welcher Dosis ist ein Stoff giftig, und welches Organ wird geschädigt? Gibt es spezifische Eigenschaften wie krebsauslösend oder erbgutschädigend? Das sind wichtige Fragen bei der Prüfung von Chemikalien, die entweder neu auf den Markt gebracht werden und deshalb zu bewerten sind oder die sich als so genannte Altstoffe auf dem Markt befinden und bewertet werden müssen.
Siegfried Ehrich und Manfred Stein (Hamburg)
Die Fischbestände der Meere unterliegen nicht nur zunehmend dem Einfluss des Menschen durch Fischerei und Umweltbelastungen, auch natürliche Veränderungen können Fischbestände verändern. Für Fischereibiologen ist es wichtig, solche Einflüsse – zum Beispiel durch Klimaänderungen – rechtzeitig zu erkennen, damit sie für ein nachhaltiges Bestandsmanagement berücksichtigt werden können. Zwei aktuelle Fallbeispiele sollen das zeigen: die Auswirkungen des Klimas auf den Grönland-Kabeljau und auf die Fischfauna der Nordsee.
Landwirtschaft im Zeichen des Klimawandels
Hans-Joachim Weigel, Gerhard Flachowsky (Braunschweig), Christiane Balko (Groß Lüsewitz)
Durch die steigende Konzentration von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre ändert sich das Klima auch in Mitteleuropa. Neben einem allgemeinen Temperaturanstieg prophezeien Klimaforscher, dass extreme Wetterbedingungen wie Starkregen oder Dürreperioden bei uns zunehmen werden. Die Landwirtschaft bekommt die Folgen des veränderten Klimas ganz besonders zu spüren, da sie direkt von den natürlichen Umweltbedingungen abhängt. Was kommt auf die Bauern zu?
Bio-Boom ohne Grenzen?
Hiltrud Nieberg, Frank Offermann und Katrin Zander (Braunschweig), Gerold Rahmann (Trenthorst/Wulmenau), Stefan Kühne (Kleinmachnow)
Der Ökologische Landbau hat seine Nische endgültig verlassen. Heutzutage findet man in jedem Supermarkt Bioprodukte. Seit der Einführung des Biosiegels wächst der Öko-Markt in Deutschland zweistellig – 2005 wurden für rund vier Milliarden Euro Bioprodukte gekauft. Doch es ist nicht alles Sonnenschein: Schädlinge und Krankheiten setzen auch auf Ökobetrieben den Kulturpflanzen und Nutztieren zu; die zunehmende Konkurrenz verursacht Preisdruck. Hier ist die Forschung gefragt.
Der „kleine Unterschied“ - Laboranalysen liefern Hinweise auf ökologische Erzeugung der Milch
Joachim Molkentin (Kiel)
Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln steigt. Allein die Biomilchproduktion ist seit Ende 2003 jährlich um 20 Prozent gewachsen. Dies hat in einigen Regionen bereits zu Angebotsknappheit und Lieferengpässen geführt. Doch ist tatsächlich überall „Bio“ drin, wo „Bio“ draufsteht? Die instrumentelle Analytik bietet viel versprechende Ansätze für den Einsatz in der Lebensmittelüberwachung.
„Züchtungsforschung liefert wichtige Bausteine für den modernen Weinbau“
Die Weinlese, die schönste Zeit des Winzerjahres, ist in vollem Gange. Sie zieht zahlreiche Gäste in die Weinbauregionen – in sonnendurchflutete Kulturlandschaften mit malerischen Dörfern. Inmitten einer dieser Landschaften, in Siebeldingen an der Deutschen Weinstraße (Südpfalz), liegt das Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, das zur Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) gehört. Der ForschungsReport sprach mit dem Institutsleiter Reinhard Töpfer über die Herkunft des Weins und die Entwicklung neuer Rebsorten.
Holz aus heimischen Wäldern
Heino Polley, Matthias Dieter und Martin Ohlmeyer (Hamburg)
Wer durch Deutschland reist und einen Blick auf die Landschaft wirft, bekommt einen Eindruck von der Größe und Vielfalt unserer Wälder. Junge und alte Bestände, Laubwälder, Nadelwälder, chaotische Wildnis und wie mit dem Lineal ausgerichtete Anpflanzungen wechseln einander ab. Um diese Ressource der Natur zu schützen und nachhaltig zu nutzen, braucht es vielfältige Informationen. Diese werden durch die Bundeswaldinventur und das Waldmonitoring bereitgestellt.
Getümmel im Verborgenen - Das unterirdische Zusammenleben von Mikroorganismen und Pflanzenwurzeln
Elke Neumann und Silke Ruppel (Großbeeren)
Tiefgrüne Wälder, goldgelbe Rapsfelder oder blühende Gärten: Die Schönheit und Mannigfaltigkeit der Pflanzenwelt konnte auch im vergangenen Sommer wieder unsere Sinne erfreuen. Für eine Gruppe von Forschern am Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren bei Berlin ist der oberirdische Teil einer Pflanze, den die meisten von uns zu sehen bekommen, allerdings weit weniger interessant als der Teil, der im Verborgenen unter der Erde liegt.
Forschung bei Windstärke sechs - Ein Tag an Bord eines Forschungsschiffes
Die Meeresbiologie-Studenten Robert Petersen und Annette Scharnberg waren im Februar 2006 drei Wochen mit dem Fischereiforschungsschiff Walther Herwig III auf hoher See. Ein Abenteuer, aber auch harte wissenschaftliche Arbeit! Und alles andere als ein 8-Stunden-Tag.
