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ForschungsReport 2006-2

Sind Bio-Äpfel gesünder? Gehalt und ernährungsphysiologische Eigenschaften von sekundären Pflanzenstoffen in Äpfeln aus konventionellem und ökologischem Anbau

Berenike A. Stracke, Karlis Briviba, Achim Bub, Corinna E. Rüfer, Bernhard Watzl (Karlsruhe)

Viele Verbraucher, die sich beim Kauf von Lebensmitteln für Bioprodukte entscheiden, erhoffen sich davon gesundheitsfördernde Effekte. Allerdings liegen bis heute noch nicht genügend wissenschaftliche Daten vor, um ökologisch und konventionell erzeugte Lebensmittel vergleichend ernährungsphysiologisch bewerten zu können. Am Institut für Ernährungsphysiologie der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) wird zurzeit untersucht, ob sich verschiedene pflanzliche Lebensmittel aus ökologischer und konventioneller Anbauweise hinsichtlich ihres Gehaltes an sekundären Pflanzenstoffen und deren ernährungsphysiologischer Wirkung am Menschen unterscheiden.

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Mini-Gemüse im Verbrauchertrend - Qualitätssicherung auch bei Mini-Kohlarten großgeschrieben

Monika Schreiner, Peter Peters und Angelika Krumbein (Großbeeren)

Der Trend geht zum frischen, abgepackten, gesunden Essen, zu vielen kleinen Mahlzeiten nebenbei, aber auch zum „schuldlosen Snack“. Solch ein Single-Serving Snack – reich an gesundheitsfördernden Substanzen und gleichzeitig frei von Fettmachern – ist Mini-Gemüse. Mini-Brokkoli und Mini-Blumenkohl werden ebenso wie Cherry-Tomaten, Baby-Möhren oder kleinköpfige Salate zunehmend vom Verbraucher nachgefragt. Doch wie sieht es mit der Qualitätssicherung solcher Produkte aus? Wie kann die Qualität bis zum Verbraucher garantiert werden?
Wissenschaftler des Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e.V. sind diesen Fragen nachgegangen.

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Getreideballaststoffe – Nur Ballast oder mehr? Wie Getreideballaststoffe vor Darmkrebs schützen können

Jürgen Hollmann und Meinolf G. Lindhauer (Detmold), Michael Glei und Beatrice Pool-Zobel (Jena)

Vollkornbrot gilt in vielerlei Hinsicht als gesund. Neben Nährstoffen wie Stärke, Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen enthalten Getreideprodukte – vor allem die aus Vollkorn – einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Gerade diese Stoffe spielen für die Gesundheitsprävention eine bedeutende Rolle. So können sie unter anderem dazu beitragen, vor Dickdarmkrebs zu schützen, wie Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) jetzt in einem Gemeinschaftsprojekt herausfanden.

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Alte Obstsorten – heute aktuell? Genbankarbeit bei Obst in Dresden-Pillnitz

Monika Höfer und Magda-Viola Hanke (Dresden-Pillnitz)

Alte Obstsorten sind wie Bräuche oder Baudenkmale, sie stellen ein Stück unserer Kulturgeschichte dar. Doch wie kann eine Sorte bewahrt werden? Am besten natürlich, indem sie genutzt wird: in der Züchtung, im Obstbau oder für landeskulturelle Zwecke. Aufgrund der großen Zahl von Sorten ist dies aber nicht in jedem Fall möglich. Daher gibt es so genannte Genbanken oder Sortengärten. Dort werden auch Sorten erhalten, die in der gegenwärtigen Entwicklung des Obstbaus und der Züchtung keine Bedeutung besitzen, jedoch Qualitätsmerkmale aufweisen, die für künftige Nutzungen wertvoll sein könnten.

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Biomilch – Nachweismethoden im Labor - Analytische Ansätze für die Lebensmittelüberwachung

Joachim Molkentin (Kiel)

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln in Deutschland deutlich angestiegen. So gab es im Milchmarkt jährliche Zuwächse von über 20%. Der Marktanteil von Bio-Frischmilch betrug 2005 in Deutschland immerhin schon 5,4%, was in einigen Regionen zu Angebotsknappheit und Lieferengpässen geführt hat. Um der Gefahr der Falschdeklaration zu begegnen, ist es im Sinne des Verbraucherschutzes von Bedeutung, Verfahren zu entwickeln, mit denen sich ökologisch und konventionell erzeugte Milch unterscheiden lassen. Die instrumentelle Analytik bietet viel versprechende Ansätze für den Einsatz in der Lebensmittelüberwachung.

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Qualität von der Weide

Karin Nürnberg und Klaus Ender (Dummerstorf)

Ein maßvoller Genuss von qualitativ hochwertigem Fleisch ist Bestandteil einer vollwertigen Kost und stellt kein gesundheitliches Risiko dar. Der Fleischverzehr in Deutschland liegt relativ konstant bei 60 kg pro Kopf und Jahr, trotz zyklisch wiederkehrender negativer Vorkommnisse. Lebensnotwendige Nährstoffe wie Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente machen Fleisch zu einem wichtigen Baustein für die Gesundheit. Daneben enthält reines Muskelfleisch auch rund 2% Fett. Am Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf bei Rostock wurden der Fettgehalt und die Fettzusammensetzung im Fleisch landwirtschaftlicher Nutztiere (Rind, Schaf, Schwein) analysiert mit dem Ziel, ernährungsphysiologisch wichtige Fettbestandteile durch unterschiedliche Fütterungs- und Haltungsbedingungen anzureichern.

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Vorratsschutz und Lebensmittelqualität

Christoph Reichmuth und Garnet Kroos (Berlin)

Vorräte in Lägern bieten häufig ein gefundenes Fressen für Schaderreger aller Art:
Käferlarven im Reis, Dörrobstmotten in Nüssen oder Schimmelpilze in Getreide können auch ursprünglich hochwertige Ernteprodukte und Lebensmittel verderben und unbrauchbar machen. Forschung und Gesetzgeber sind gleichermaßen bemüht, Schäden durch Vorratsschädlinge in Grenzen zu halten.

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Den Mastputen auf die Beine helfen

Jutta Berk (Celle)

Putenfleisch ist in Deutschland sehr beliebt: 6,4 kg wurden im Jahr 2005 pro Kopf der Bevölkerung verzehrt. In Deutschland ist die Mast von schweren Puten üblich, die aufgrund ihres Gewichts häufig Probleme mit dem Bewegungsapparat bekommen. Am Institut für Tierschutz und Tierhaltung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) wurde untersucht, ob eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit durch geeignete Haltungsbedingungen erreicht werden kann.

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Folien aus Weizeneiweiß - Mit hydrostatischem Druck die Eigenschaften von Proteinen verändern

Peter Köhler, Florian Schurer, Rolf Kieffer und Herbert Wieser (Garching)

Neben dem Hauptinhaltsstoff Stärke bestehen Weizenkörner zu rund 10% aus Eiweiß, dem so genannten Weizenkleber oder Gluten. Bei der industriellen Herstellung von Weizenstärke wird dieser Kleber in einem Nassprozess als schwerlösliche, elastische Masse von der Stärke abgetrennt, getrocknet und unter der Bezeichnung Vitalkleber auf den Markt gebracht. Forscher aus Garching bei München haben Verfahren entwickelt, mit denen sich dieses Nebenprodukt zu einem wertvollen Grundstoff für industrielle Erzeugnisse veredeln lässt.

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Holzzerstörende Insekten - Befallsmerkmale, Monitoring, Langzeituntersuchungen und Begleitung von Bekämpfungsmaßnahmen in historischen Gebäuden

Uwe Noldt (Hamburg)

Langzeituntersuchungen zur Aktivität von holzzerstörenden Insekten in Gebäuden sind bisher nur selten durchgeführt worden. Seit 1999 unternimmt das Institut für Holzbiologie und Holzschutz der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH) ein Monitoring dieser Tiere vor allem an historischen Gebäuden (Freilichtmuseen, Kirchen, Mühlen, Burgen) sowie in Sammlungen und Depots. Die Untersuchungen, die in Kooperation mit der Universität Hamburg und mehreren anderen Einrichtungen durchgeführt wurden, haben neue Erkenntnisse zur Biologie und Ökologie der holzzerstörenden Insekten ergeben. Zudem wurden daraus Konzepte zur Vermeidung von Holzschäden im Sinne einer Integrierten Schädlingsbekämpfung abgeleitet sowie Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen auf ihren Erfolg kontrolliert.

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Eisfische – Fische ohne Blut?

Karl-Hermann Kock (Hamburg)

Der Wissenschaft sind Eisfische schon seit 1844 bekannt. Verborgen blieb aber über lange Zeit, dass diese Tiere eine Ausnahmestellung unter den Wirbeltieren einnehmen: Dem Blut der Eisfische fehlt das sauerstoffbindende Hämoglobin. Eisfische können den lebensnotwendigen Sauerstoff nur in physikalischer Lösung im Blut transportieren. Trotz dieses vermeintlichen Nachteils sind Eisfische im Meeresgebiet der Antarktis so häufig, dass sie von der Fischerei kommerziell genutzt werden. Das Management der Eisfischbestände obliegt dem „Übereinkommen zum Schutz der lebenden Meeresschätze der Antarktis“ (CCAMLR).

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From Farm to Fork Neue Konzepte sollen die mikrobielle Sicherheit von Lebensmitteln erhöhen

Jürgen Thier-Kundke, Berlin

Jährlich werden rund 200.000 Lebensmittelinfektionen in Deutschland gezählt. Doch die Zahl der Menschen, die über den Teller eine Erkrankung erwerben, dürfte in Wirklichkeit um den Faktor 10 höher liegen. Schließlich geht nicht jeder, der einen Tag lang Durchfall hat, gleich zum Arzt. Gleichwohl kommen Lebensmittel-bedingte Infektionen die Volkswirtschaft teuer zu stehen: Ausgefallene Arbeitstage und Krankheitskosten schlagen mit vielen Millionen Euro negativ zu Buche. Waren bislang Salmonellen die Hauptverursacher häufiger Sitzungen auf dem stillen Örtchen, so sind es laut der jüngsten Erhebung nunmehr Campylobacter-Keime, die den Darm rebellieren lassen. Keine Frage, dass hier noch immer Handlungsbedarf ist.

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"Biowissenschaften werden ökonomisch immer stärker"

Die ersten Ausschreibungen zum 7. Forschungsrahmenprogramm der EU werden in Kürze veröffentlicht. Neben den bereits bekannten Förderbereichen wird es eine Reihe von Weiterentwicklungen und Akzentverschiebungen geben. Der ForschungsReport sprach darüber mit Dr. Christian Patermann, dem Forschungsdirektor für Biotechnologie, Landwirtschaft und Ernährung der Europäischen Kommission.

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"Souci – Fachmann – Kraut" - Neuauflage der Nährwerttabelle

Zurückblickend auf mehr als 40 Jahre Entwicklungsgeschichte an der Deutschen
Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) in Garching bei München erscheint dieses Jahr das international anerkannte Tabellenwerk über Nährstoffgehalte in Lebensmitteln in der 7. Buchauflage. Zu mehr als 800 Lebensmittelrohstoffen und Lebensmitteln mit konstanten Rezepturen wie zum Beispiel Brot und Käse sind Konzentrationen von annähernd 300 Inhaltsstoffen dokumentiert.

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Neues Dienstgebäude für das Institut für Ostseefischerei

Die Reise war mit nur einem Kilometer nicht besonders weit, vom bald abbruchreifen Vorkriegsgebäude der Heinkel-Flugzeugwerke zum Fischereihafen der Hansestadt Rostock. Dafür hat es ein bisschen gedauert. Doch umso schöner ist das neue Dienstgebäude der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Rostock geworden. Im Februar 2006 konnte nach bald 10-jähriger Vorbereitungs-, Planungs- und Bauzeit der schmucke Neubau im Fischereihafen bezogen werden.

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Zusatzinformationen

Titelbild Forschungsreport 2006-2

Ausgabe 2006-2 komplett
(PDF mit 4,9 MB)

 

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